Wallringgemessene Fahrzeiten gegen die Annahmen der Machbarkeitsstudie

Zeitraum
Worum es geht

Eine Busspur rund um die Innenstadt — und was sie wirklich bringen soll.

Die Stadt will den Wallring so umbauen, dass Busse durchgehend eine eigene Spur haben. Dafür müssen Autos Platz machen. In den Unterlagen steht, Busse würden dadurch elf Sekunden auf dem Theaterwall und 19 Sekunden auf dem Heiligengeistwall schneller. Das klingt nach wenig — und darum geht es auch nicht.

Der entscheidende Punkt der Planer ist ein anderer: die Fahrzeit soll gleichmäßiger werden. Heute braucht derselbe Bus für dieselbe Strecke mal eine Minute, mal vier. Wer pünktlich ankommen muss, plant deshalb nicht mit der normalen Fahrzeit, sondern mit der schlechtesten. Genau diese Schwankung misst diese Seite — laufend, an echten Fahrten.

Was dafür verändert würde

  • Einbahnstraße für Autos: vom Lappan über Heiligengeistwall und Theaterwall bis zum Pulverturm
  • Weniger Fahrspuren auf Poststraße, Paradewall und Schlosswall
  • Parkplätze auf der Staulinie entfallen; Ausweichen in die Parkhäuser
  • Phase 2: Durchgangsverkehr von der Staulinie auf den Staugraben

Was es bringen soll

  • Rund 30 Sekunden pro Runde um den Wallring (Phase 1)
  • Vor allem: verlässlichere Fahrzeiten, dadurch bessere Pünktlichkeit
  • Mehr Platz für Rad- und Fußverkehr, freigewordene Flächen für die Stadtgestaltung
  • In Phase 2 werden Busse am Stautorkreisel eher wieder etwas langsamer

Was hier gemessen wird

  • Die Zeit von Haltestelle zu Haltestelle, für jede einzelne Busfahrt
  • Quelle sind die Echtzeitdaten des VBN, nicht der Fahrplan
  • Verglichen wird mit den Werten, mit denen die Studie 2022 gerechnet hat
  • Alle Rohdaten stehen als CSV zum Nachrechnen bereit
Dez 2022Machbarkeitsstudie liegt vor
März 2023Erste Beratung im Verkehrsausschuss
seit 2023Einzelne Maßnahmen müssen jeweils beschlossen werden
heutePhase 1 und Phase 2 sollen zusammen umgesetzt werden

Wie verlässlich fahren die Busse heute?

Jede Zeile ist ein Abschnitt des Wallrings. Der Balken zeigt, wie lang die Fahrt tatsächlich dauert: vom schnellen bis zum langsamen Ende. Je breiter der Balken, desto unberechenbarer die Fahrt — und desto mehr Zeit muss einplanen, wer sicher ankommen will.

Abschnitte des Wallrings

Gemessen wird die Zeit von der Abfahrt an der einen Haltestelle bis zur Abfahrt an der nächsten — dieselbe Größe, die die Machbarkeitsstudie 2022 aus Fahrplan, Messfahrten, VWG-Auswertung und Simulation gegenübergestellt hat. Der graue Balken zeigt die Streuung der tatsächlich gefahrenen Zeiten (15. bis 85. Perzentil), der kräftige Strich den Median.

Was die Studie für den Umbau erwartet

Die Simulation der Machbarkeitsstudie hat drei Zustände verglichen: ohne Umbau, nach Phase 1 und nach Phase 2. Auffällig ist, dass die Busspur nicht überall schneller macht — auf der Staulinie und der Poststraße werden die Busse laut Simulation langsamer. Der Gewinn entsteht auf dem Theaterwall und dem Heiligengeistwall.

AbschnittStraße heute gemessen ohne Umbau nach Phase 1 nach Phase 2
Prognosewerte in Sekunden aus der Simulation für die Nachmittagsspitze 2030, bei dauerhaft für Autos geschlossener Cäcilienbrücke. „Heute gemessen“ ist der Median der tatsächlich gefahrenen Zeiten im gewählten Zeitraum.

Haltestellen

Verspätung im Vergleich

Innenstadt
Vergleich
Differenz

Messpunkte

HaltestelleLinien Abfahrten Median 85 % Schlechteste ohne Echtzeit
Median, 85 % und Schlechteste beziehen sich auf die Abfahrten der nächsten Dreiviertelstunde. Verlauf und Abschnitte nutzen die abgeschlossenen Fahrten des gewählten Zeitraums. Rohdaten als CSV